Cleanup Mission Višegrad

Veröffentlicht am 26.03.2021

Es waren Berichte unter anderem von N24, RTL und der Associated Press, die wir Anfang Januar unseren Bildschirmen hatten. Sie alle erzählten die gleiche Geschichte: tausende Tonnen Müll und Holz bedrohen ein Wasserkraftwerk in Visegrad, Bosnien und Herzegowina. Müll, soweit das Auge reicht – Bilder, die uns nicht mehr loslassen wollten.

Parallel bekamen wir immer mehr Anfragen aus der Region bei uns und unserem Partner Berky an, ob wir mit CollectiX kommen könnten. Und so kam die Cleanup Mission Visegrad ins Rollen. Wir konnten zuverlässige Partner vor Ort für die gemeinsame Mission gewinnen.

Starke Partnerschaften sind unerlässlich
Besonders wichtig: Wir haben Unterstützer gefunden, die den Einsatz möglich gemacht haben. Eine wichtige Säule ist dabei das Engagement des Rotary Clubs Aachen und der rotarischen Inititative EndPlasticSoup. Ein weiterer starker Partner ist die Landmarken AG, deren Gründer Norbert Hermanns selbst Rotarier ist. Der Transport von CollectiX wird von unserem Partner Kühne + Nagel klimaneutral durchgeführt und gesponsort. Wir sind dankbar, dass wir so starke Unterstützer finden konnten – ohne sie wäre die Mission Visegrad nicht möglich gewesen.

„Als Entwickler nachhaltiger Quartiere, der sich intensiv mit dem recyclingfähigen Bau und CO2-neutralen Betrieb von Gebäuden beschäftigt, teilen wir mit everwave und Rotary die Vision einer Welt ohne Plastikmüll.“ – Norbert Hermanns, Landmarken AG

Vor Ort haben wir gesehen, wie erschütternd das Ausmaß der Verschmutzung in Visegrad wirklich ist. „Das Plastik knackt wie Packeis und erstreckt sich über hunderte von Metern. Die Bilder sprechen für sich.“ – Clemens Feigl, Co-Founder everwave.

Insgesamt 14 Tage hat CollectiX am Staudamm aufgeräumt und bis zu 25 Tonnen Material pro Tag gesammelt. Was genau wir einsammeln werden, wurde erst vor Ort deutlich. Kühlschränke, Plastikflaschen, Möbel, Kinderspielzeug, Plastiktüten aber auch sehr viel Holz, was die Arbeit erschwerte. Aber auch auf dem Holz waren jede Menge kleiner Plastikteile.

Uns war vor Beginn der Mission klar, dass 14 Tage nicht reichen werden, um das Müllproblem vor Ort komplett zu beseitigen. Um eine langfristige Lösung zu finden, war es entscheidend, vor Ort mit Vertretern der lokalen Politik und Unternehmen ins Gespräch zu kommen und dauerhaften Lösungen zu etablieren, um Bilder wie diese in Zukunft zu verhindern. Die Gespräche laufen aktuell noch und es ist ein tolles Gefühl zu spüren, dass wir durch unsere Mission den Anstoß geben konnten.

Mit vor Ort waren neben unserem Team zwei Kolleg*Innen von unserem neuen Partner WILDPLASTIC. Denn wir wollen den Plastikkreislauf schließen und aus dem Müll, den wir vor Ort gesammelt haben, etwas nachhaltig Neues schaffen. Und da kommt WILDPLASTIC ins Spiel. Sie produzieren Produkte, wie z.B. Mülltüten aus “wildem Plastik”. Wir freuen uns gemeinsam den Weg des Mülls weiterzugehen!

Was nehmen wir mit?
Die Cleanup-Mission mit CollectiX hat uns auf vielen Ebenen weitergebracht. Wir verstehen die Situation vor Ort nun besser und haben einen Einblick gewonnen, wie sich die Situation langfristig lösen lässt. Zudem haben wir neue Herausforderungen erkannt: Vor allem das Sortieren und Trennen von Holz und Plastik, das wird momentan noch händisch gemacht. Hier wollen wir weiter lernen und erforschen, welche Optimierungsmöglichkeiten es gibt.

Eins nehmen wir aber auch wieder mit: Die Zuversicht, dass wir mit unserer Arbeit vor Ort etwas bewegen können. Nicht nur in den Gewässern, sondern auch in den Köpfen der Menschen. Nur dann werden wir langfristig Erfolg haben.

Die Bilder vor Ort lassen uns nicht mehr los und bestärken uns auf unserem Weg. Seid ihr dabei?

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

E-Mail: info@garbage-boat.com

Sie möchten mehr über die Organisation everwave erfahren, die das Müllsammelboot CollectiX betreibt?